Technik

Hoch-intensiver fokussierter Ultraschall (high-intensity focused ultrasound = HIFU) ist ein neues Verfahren mit dem eine gezielte, nicht-invasive Behandlung von außerhalb des Körpers durch die intakte Haut möglich ist.

Grundvoraussetzung des hoch-fokussierten Ultraschalls ist eine genaue Zielführung, die entweder mittels Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) oder mittels Sonographie erfolgen kann. Die Zielführung besteht dabei nicht nur in der initialen Lokalisation des zu therapierenden Bezirks, sondern auch in der Kompensation von Atemexkursionen und Bewegungen während des Eingriffs. MRT-gesteuerte Geräte sind aufgrund der weitgehend fehlenden real-time Bildgebung bisher nicht für den Einsatz im Bereich der parenchymatösen Oberbauchorgane geeignet. Hier könnte entsprechend der Hauptvorteil von Ultraschall-gesteuerten Geräten liegen, mit denen eine Echtzeit- ("real-time"-) Bildgebung und -Fokussierung möglich ist.

Da der hoch-fokussierte Ultraschall prinzipiell den gleichen Gesetzen unterliegt wie der diagnostische Ultraschall, ist mit diesem zudem eine Zielführung zuverlässiger als mittels MRT möglich: kann ein Ziel nicht mit dem diagnostischen Ultraschall dargestellt werden, ist es unwahrscheinlich, das dieses mit dem hoch-fokussierten Ultraschall erreicht werden kann.

Bei unserem Gerät wird der hoch-energetische Ultraschall sonographisch gesteuert appliziert. Diagnostischer wie therapeutischer Ultraschall erfolgen mittels des selben Transducers. Der zu behandelnde Tumor wird zunächst aufgenommen und ein Bild in zwei Ebenen erzeugt. Anhand dieses Bildes werden die zu behandelnden Bereiche vom Arzt festgelegt. Mit Beginn der Behandlung wird über den parabolförmigen Behandlungsschallkopf hochintensivierter Ultraschall erzeugt. Die Ultraschallwellen werden im Zielgewebe gebündelt, das Gewebe wird durch thermische (Hitze von bis zu 90°) und mechanische Effekte (Kavitation) zerstört und über das körpereigene Immunsystem auf natürlichem Wege abtransportiert. Das umliegende Gewebe wird dabei geschont. Während der Behandlung wird eine Bildgebung mittels Sonographie durchgeführt. Durch Aneinanderreihung dieser Läsionen wird in der Regel eine komplette Tumorbehandlung angestrebt. In ausgewählten Fällen kann aber auch eine Teilbehandlung erfolgen.

Die Eingriffe werden je nach zu behandelndem Tumor unter alleiniger Gabe von Schmerzmitteln, in epiduraler Anästhesie oder in Vollnarkose durchgeführt. Die Eingriffszeit liegt, in Abhängigkeit von der Tumorgröße, zwischen einer und mehreren Stunden.

Video HIFU Bonn