Behandlungsablauf

Als erstes muss überprüft werden, ob eine Behandlung mittels HIFU überhaupt möglich ist. Dies hängt von einer Reihe von Faktoren ab und ist immer eine Einzelfallentscheidung. Grundsätzlich gilt aber immer, dass der Tumor mittels Sonographie erreichbar sein muss. Dies wird zuvor durch eine diagnostische Sonographie überprüft: ist der zu behandelnde Bezirk sonographisch sichtbar, liegen keine lufthaltigen Strukturen oder Knochen im Zugangsweg, ist der Tumor auch mit dem hoch-intensiven Ultraschall erreichbar. Je nach Organ bzw. Tumor kommen dann weitere Faktoren hinzu; z. B. ist bei einer bestehenden Schwangerschaft ist die Myombehandlung mittels HIFU ausgeschlossen.

 

Auch der jeweilige Ablauf hängt von dem zu behandelnden Tumor ab. Bei Leber- und Pankreastumoren z.B. erfolgt einen oder zwei Tage vor dem Eingriff die stationäre Aufnahme, Weichteiltumore oder auch Uterusmyome können zum größten Teil ambulant behandelt werden. Neben einer körperlichen Untersuchung, EKG, Laboruntersuchung mit Blutgerinnungstest findet eine detaillierte Aufklärung über die Prozedur, bei vorgesehener Narkose im Anschluss ein Gespräch mit dem Narkosearzt statt.

 

Eventuell von niedergelassenen Ärzten erhobene Befunde und Untersuchungen sollten mitgebracht werden. Ggf. werden noch fehlende bildgebende Untersuchungen ergänzt.>

 

 

HIFU-Behandlung

Während der Behandlung selbst liegen die Patienten - meist in Bauchlage - auf einem beweglichen Patiententisch. In der Tischplatte unter dem Patienten befindet sich eine Ultraschalleinheit, über die sowohl der diagnostische Ultraschall, wie später die hoch-intensiven fokussierten Ultraschallwellen abgegeben werden. Alle Geräte werden über einen direkt neben der Behandlungseinheit befindlichen Computer überwacht und gesteuert. Dort befinden sich auch die behandelnden Ärzte, mit denen eine Kommunikation jederzeit möglich ist, bzw. die den Patienten ständig im Blick haben.

 

Die Sonographie liefert den Ärzten anatomische und - nach Echosignalverstärker-Gabe - funktionelle Bilder und damit die Daten zur Behandlungsplanung. Hieraus gehen genaue Informationen zu Größe und Lage des Tumors hervor, der auf diese Weise millimetergenau lokalisiert werden kann. Unter ärztlicher Kontrolle wird über die Ultraschalleinheit ein gebündelter Impuls in das Tumorgewebe gesendet, das hierdurch erwärmt wird und später abstirbt. Nach einer kurzen Unterbrechung erfolgt der nächste Behandlungsschritt an einer anderen Stelle- so lange, bis der Tumor vollständig therapiert ist. Während der gesamten Behandlungsdauer erfolgten sonographische Kontrollen, unter anderem um sicherzustellen, dass kein umliegendes, gesundes Gewebe geschädigt wird.

 

Die Behandlung dauert in der Regel zwei bis drei Stunden und wird wegen der zu erwartenden Schmerzen unter Gabe von Schmerz- und Beruhigungsmitteln durchgeführt. Zudem verspüren die Patienten typischerweise einen kurzen Stich oder ein Brennen, wenn der Ultraschallimpuls gesendet wird. Die Haut kann sich erwärmen.

 

 

Mögliche Komplikationen

Angaben über die Komplikationsrate sind extrem unterschiedlich und reichen von 0% bis zu fast 100% bei den ersten berichteten Eingriffen. Im Vordergrund standen Hautverbrennungen, die in den ersten Berichten relativ häufig vorkamen. Mit den modernen Geräten und geänderten Transducern kommen sie aber kaum noch vor, allerdings ist zur Vermeidung unbedingt darauf zu achten, dass das Wasserbad um den HIFU-Transducer bzw. zwischen diesem und dem Patienten nicht zu warm wird. Auch sollten ggf. Pausen zwischen den einzelnen HIFU-Puls Applikationen eingelegt werden.

 

In sehr seltenen Fällen treten für kurze Zeit Nebenwirkungen auf wie z.B. Unwohlsein, Müdigkeit, niedriger Blutdruck, Unterleibs- oder Rückenschmerzen (bei Myomtherapie), Übelkeit oder Fieber.

 

 

Nachsorge

Nach der Therapie werden die Patienten bei ambulanter Behandlung in einen Ruheraum, bei stationärer Behandlung in ihr Krankenhauszimmer gebracht und dort ärztlich beobachtet. Im ersten Fall werden die Patienten/-innen nach einer Ruhezeit von ein bis zwei Stunden wieder entlassen, andernfalls bleiben sie für 3-5 Tage im Krankenhaus.

 

Ob die Behandlung eines Tumors mittels HIFU erfolgreich gewesen ist, lässt sich erst in den Wochen nach der Behandlung feststellen. Die Rückbildung des Tumorgewebes braucht Zeit, daher ist eine spätere Kontrolle unbedingt notwendig. Zur Verlaufskontrolle nach durchgeführter Therapie mittels hoch-fokussiertem Ultraschall sind prinzipiell die gleichen Verfahren geeignet, wie bei anderen lokal ablativen Verfahren, also z.B. kontrast-verstärkte CT oder MRT oder echosignal-verstärkte Sonographie (CEUS).